Spruch der Woche

Nichts wird langsamer vergessen als eine Beleidigung und nichts eher als eine Wohltat. - Martin Luther
Spruch der Woche
Nichts wird langsamer vergessen als eine Beleidigung und nichts eher als eine Wohltat. - Martin Luther

Kirchengemeinde St. Vitus Rupertshofen

Gebäude und Einrichtungen

Kirche (Kirchstr. 7)

  • 1445 eine Kapelle, dem hl. Vitus geweiht
  • 1810 Kirche neu erbaut
  • 1864 Turm zu Kirche angefügt, neue Glocken 2006
  • wertvolle Pieta (um 1460), sie war im Mittelalter Ziel von Wallfahrten
  • 1917 Die drei großen Bronzeglocken müssen zum Herstellen von Munition abgeliefert werden
  • 1920 Kauf von drei Stahlglocken
  • 1991-1993 Innenrenovation der Kirche und Anbau der Sakristei

Pfarrhaus (Kirchstr. 9)

  • 1784 durch das Stift Buchau erbaut

Kindergarten (Kirchstr. 5)

  • 1975 eingeweiht, gemeinsam von Kirche und Gemeinde erstellt

Gemeindehaus St. Vitus

  • 1984 neu erbaut als Treffpunkt der Kirchengemeinde

Friedhof

  • 1788 angelegt
  • 1910 Kapelle beim Friedhof errichtet
  • 1996 an die Gemeinde übergegangen
  • 2012 neu gestaltet

Kurze Chronik

In der Christianisierung unserer Gegend vor dem Jahr 800 wurde wohl die Kirche St. Johann Baptist (Johannes der Täufer) in Oggelsbeuren eine der für einen weiteren Umkreis zuständigen Sprengelkirchen. Dr. Ströbele nimmt an, dass das Frauenkloster Buchau spätestens im 9. Jh. den größten Teil des Ortes samt Höfen aus der Umgebung erhalten hatte, die Corneliergüter. 1020 gab es einen Buchauer Vogt im Ort, und Oggelsbeuren gehörte 1275 zum Dekanat Riedlingen.

Funde belegen die Anwesenheit der Römer in Rupertshofen, 1840 wurden alemannische Grabbeigaben entdeckt, es gab Funde aus der Merowingerzeit (500 bis 800 n. Chr) . Doch die erste Urkunde für Rupertshofen stammt erst von 1376.

Rupertshofen war immer Teil der Vogtei Oggelsbeuren, also kirchlich wie weltlich Oggelsbeuren zugeordnet. Das Vogteirecht, die konkrete Verwaltung im Auftrag des Klosters, lag 1300 in der Hand der Grafen von Landau (bei Binzwangen), sie gaben es kurz nach 1300 an Truchseß Walter II. von Warthausen ab. Die Truchsessen verkauften die Vogtei Oggelsbeuren 1331 an das Haus Habsburg. Diese belehnten andere Adelige mit dieser Aufgabe. 1695 ging das Vogteirecht um 16 000 Gulden und 100 Spezies-Taler an das Frauenstift Buchau. Damals werden die Leheninhaber Hans Ströbele und Josef Gaupp in Rupertshofen  eigens aufgeführt.

Rupertshofen gehörte kirchlich bis 1788 zu Oggelsbeuren. Dorthin führte ein „Kirchenweg“. Sonntags wie zur Taufe, zur Hochzeit und Beerdigung waren jung und alt dorthin unterwegs, die Kirchenbücher wurden dort geführt. In Rupertshofen stand eine Kapelle, dem hl. Vitus geweiht, ein Neubau 1445 ist belegt, darin wurde unter der Woche vom Kaplan eine Messe gelesen.

Im Zusammenhang mit der Aufhebung des Frauenklosters in Oggelsbeuren 1782 kam die Verlegung einer Kaplanei, der Hussen-Kaplanei, nach Rupertshofen ins Gespräch. Eine Pfarrstelle benötigte damals eine Ausstattung auch mit Gütern und Einkünften. Nun konnte dem langjährigen Wunsch der Rupertshofer entsprochen werden. 1788 findet diese Ablösung statt, aus dem 1784 neu erbauten Kaplaneihaus wurde ein Pfarrhaus. 1811 wurde auch die Gemeinde unter württembergischer Herrschaft selbständig, es löste sich damit ganz von Oggelsbeuren.

Seit 1788 ist Rupertshofen Pfarrsitz: Für Pfr. Anselm Buck (1788-1796), Pfr. Udalricus Geiger (1796-1826), Pfr. Josef Reindl (1826-1836), Pfr. Moriz Jardé (1838-1850), Pfr. Anselm Lutz (1850-1870), Pfr. Peter Rehm (ab 1870 , 1877 hier verstorben), Pfr. Franz X. Bendel (1877-1887) , Pfr. Otto Zosel (1887-1897), Pfr. Max Schneider (1898-1904), Pfr. Karl Kuhn (1905-1919), Pfr. Karl Wunder (1921-1935), Pfr. Raphael Hartmann (1935-1957) und Pfr Oswald Prinz (1957-1971).

Pfarrer Franz Körner (1971-1984) wird 1971 auch als Pfarrverweser für St. Maria (Unbefleckte Empfängnis) Ahlen und 1975 in St. Blasius Attenweiler eingesetzt. Pfarrer Ernst Rieger (1984-1999) ist ebenso für alle drei zuständig.

1999 werden Pfarrer Max Stark aus Oggelsbeuren die Kirchengemeinden Ahlen, Attenweiler und Rupertshofen übertragen. Im Pfarrhaus in Rupertshofen wohnte ab 2002 als pastoraler Mitarbeiter Pater Hubert Waller, er stirbt 2011. Seit 2013 ist Pfarrer Alin-Nelu Kausch für die zugeordneten Pfarrgemeinden zuständig und im Pfarrhaus Rupertshofen wohnhaft.

Die Seelsorgeeinheit Ulrika Nisch (ab 2003 SE 12 a) umfasst nun 2014 die vier Pfarrgemeinden Ahlen (Unbefleckte Empfängnis), Attenweiler (St. Blasius); Oggelsbeuren (St. Johannes Baptist) und Rupertshofen (St. Vitus) und arbeitet  mit der SE 12 b mit Langenschemmern (St. Mauritius); Ingerkingen (St. Ulrich); Schemmerberg (St. Martinus); Aßmannshardt (St. Michael) und Alberweiler (St. Ulrich) zusammen. Jede Kirchengemeinde hat einen Kirchengemeinderat, ein Pfarrbüro und eine Kirchenpflege.

Nach der Kreisreform, in der 1973 Rupertshofen vom Kreis Ehingen zum Kreis Biberach kam, folgte die Gemeindereform: 1975 entstand die neue bürgerliche Gemeinde Attenweiler aus den früher eigenständigen Gemeinden Attenweiler, Oggelsbeuren und Rupertshofen. Das Rathaus, das Bürgermeisteramt, ist in Attenweiler. Die Gemeinderäte kommen aus allen drei Teilorten, Rupertshofen und Oggelsbeuren haben einen Ortschaftsrat zur Mitgestaltung.

1975 wird ein Kindergarten in Rupertshofen erbaut. In ihn kamen auch Kinder aus den anderen Teilorten.

Die Schule änderte sich: ab 1966 gingen die 9.-Klässler nach Oberstadion; seit 1970 wurden die Hauptschüler z.B. aus Oggelsbeuren und Rupertshofen dort aufgenommen. Ab 1974 werden alle Kinder aus der Gemeinde in der Grundschule Attenweiler aufgenommen.

1984 konnte die Kirchengemeinde ein eigenes Gemeindehaus einweihen.

1988 feierte die Kirchengemeinde Rupertshofen ihr 200-jähriges Bestehen.

1988 wurde die neue Aussegnungshalle eingeweiht, sie erhielt 1990 eine Glocke.

1994 konnte die Gemeinde nach dem Abbruch des Schul- und Rathauses ein Bürgerhaus errichten.

2012 wurde der Friedhof grundlegend umgestaltet.

In bewährter Tradition wird alljährlich im Juni am Sonntag das St. Veits-Fest in größerem würdigen Rahmen begangen.